Broken Destiny

Dieses Bild war eigentlich eine Auftragsarbeit von meiner Schwester.

Gewünscht hat sie sich: Rosen, ein Menschenmädel (keine Flügel ... aber wenn’s geht recht nackt) und Rot-Schwarz.


Ich werde immer wieder gefragt, was für Papier ich verwende. An sich handelt es sich hierbei um Handelsübliches Kopierpapier (80g/Quadratmeter; 6 € pro 500 Blatt), was dann immer recht ungläubig aufgenommen wird. Fakt ist jedoch: Bis ein fertiges Bild entsteht werden erst mal mehrere angefangen und abgebrochen.

Ich beginne sehr gerne mit den Augen um mir anschließend ein Motiv dazu zu überlegen. Bei der Auftragsarbeit meiner Schwester hatte ich eine Vision von Roten Augen und fing anschließend damit an. Hier mal eine Reihe von Anfängen die ich verworfen habe, bis letztendlich mein aktuelles Motiv entstand ^.°

Bei diesem Motiv begann ich mit den Rosen.
Die Kombination aus weißen und Roten Rosen gefiel mir sehr gut, also zeichnete ich weiter. Auch die Augen finde ich schön, sie haben so etwas flehendes, allerdings kam dann der Schock, als ich mit dem Körper weiter machen wollte:
Sie hat zu viel an o.O
Also konnte ich dieses Bild verwerfen.

Der Anfang gefällt mir aber schon recht gut, ich werde es bei Gelegenheit mal fertig machen, aber erst mal noch ein paar andere Auftragsarbeiten ^.°

Bei Versuch Nummer zwei begann ich wieder mit den Augen ... allerdings sah das Gesicht dann so 08 15 ... nichts sagend aus.
Die Dame soll ja in den Rosen gefangen sein, das drückte dieses Gesicht absolut nicht aus, also wurde es ebenfalls wieder verworfen.

Ich brauchte ein wesentlich ausdrucksstarkeres Auge.

Ich versuchte also als nächstes Das Auge etwas durch Schminke aufzumotzen. Das Make-up gefällt mir sehr ... allerdings wusste ich nicht so wirklich, wie ich das schmale Auge möglichst gut in den Kopf quetschen soll, ohne das es zu männlich wirkt.

Auch war es etwas zu weit an den oberen Rand des Bildes gerutscht, wie ich den unteren Teil des Bildes hätte füllen sollen, wäre das nächste Problem gewesen ^.^“
Also her mit dem nächsten Blatt!

Bei den nächsten Augen fiel mir sofort eine gute Haltung ein. Auch meine weißen und Roten Rosen wollte ich wieder einbauen. Als ich sie dann allerdings in die Rosen fesseln wollte, ratterte mein Hirn: Wieso grinst sie sich ab, wenn sie gefangen ist -.-

Her mit dem nächsten Blatt! *heul*

In der Zwischenzeit arbeite ich jetzt schon seit einer Woche an dem Bild, nur irgendwie will es nicht vorwärts gehen.

Ich wollte etwas Neues probieren, langsam wurden mit diese ähnlichen Bilder einfach lästig, also nahm ich einen dunklen Türkiston in Kombination mit Grau und wollte somit die Farben des Bildes abändern, um wieder auf neue Ideen zu kommen.
Die Rosen finde ich toll geworden!
Allerdings ist das Profil ein graus und der Hinterkopf zu schmal. Und dann wieder das Problem: Hör auf zu grinsen *heul* Du bist in Rosen gefangen!

Also nahm ich mir das nächste Blatt und versuchte so ein paar richtig ängstliche Augen zu machen.
Diese guckten einfach toll, das musste dann umgesetzt werden. Auch die ersten Haare und der Rest des Bildes verliefen gut.
Vor allem waren die Augen nicht so übergroß geraten, meine Schwester gehört nicht gerade zu den Manga-Fans.
Allerdings war auch sie wieder etwas weit in die untere Ecke gerutscht ... da sie aber nach oben gut, sagte ich mir: dir fällt während des Zeichnens schon was ein, das zeichnen konnte also endlich richtig anfangen.

Bei der ersten Zwischenspeicherung guckt sie noch etwas lieb ... ich hab später die Augenbrauen noch etwas höher gezogen, dass formt den Blick dann richtig aus ^.°

Nach dem Gesicht habe ich mir den Körper leicht vorgezeichnet.
Mit einem grauen Buntstift zeichnete ich ganz grob die Umrisse. Bei so verleierten Haltung beginne ich dann immer mit den Outlines. Bei offensichtlichen Haltungen mache ich immer erst die hellen Farben und anschließend die Outlines ^.°
Für die Haut benutze ich nur einen hautfarbenen Stift (aus der Faber-Classic-Packung) und einen recht harten Schwarzstift, sonst kommt die Hautfarbe nach dem Scannen zu grell rüber. Wirklich umfärben tut er die Haut aber nicht, da eben die Spitze Stein hart ist ^.°
Für ganz dunkle Schatten gehe ich immer noch einmal mit hellbraun drüber.

Die Rosen gehen mir recht schnell von der Hand, dort beginne ich ebenfalls mit den Outlines. Dann werden sie erst mal grob mit einer Farbe grundiert, hierbei handelt es sich um eine Möchtegern-Hautfarbe aus der Faber-Wasserlack-Packung. Diese hat nen recht Rosa-Touch. Für Hautfarbe absolut nicht geeignet, deshalb wusste ich lange Zeit nicht, wie ich’s einsetzen soll, aber für Rot ist es echt günstig ^.°
Anschließend noch einmal mit Rot und schwarz darüber gehen und für die Mitte etwas Gold-Gelstift.
Ist eine ziemliche Friemelarbeit, da jedes Blütenblatt einzeln Schatten bekommt.

Um das Platzproblem etwas auszugleichen, wollte ich die Haare etwas mehr in die Rosen verwickeln, um das Bild breiter zu machen.

Eigentlich die Gelegenheit endlich mal lockige haare zu machen ^.^
Mit Beige gab ich mir grob die Richtung der Haare vor, in vor von schönen schwungvollen Linien.
Aus diesen Schwungvollen Linien versuchte ich dann einzelne Strähnen zu formen.

Die Herausforderung der Figur bestand darin, die Haare mit den Ranken zu verwickeln, da dies eine recht unübersichtliche Masse ergibt.

Eigentlich zeichne ich immer erst den Vordergrund und anschließend der Hintergrund, bei den Haaren wechelte sich die aber immer mit dem ranken ab, ich musste also beides gleichzeitig zeichnen.
Dazu gab ich mir die ranken erst grob in schönen wackeligen Strichen vor. Dazu hielt ist den Stift am oberen Ende, sodass die Striche automatisch wackelig beim zeichnen wurden.

Anschließend zeichnete ich dir Haare quer darüber. Zum Glück hatten sowohl Ranken als auch Haare als Grundierung Beige gehabt, so fällt es im späterem Bild nicht auf, dass sich die Striche kreuzen.

Wenn ich den groben Verlauf von Ranken und Haaren hatte, begann ich damit die Ranken dort einzuzeichnen, wo die Ranken die Haare bedecken.

Als erstes vervollständigte ich dann den verlauf der Haare. Anschließend kamen dann die Ranken dran.

Am Schluss ging ich dann bei beiden mit Schwarz drüber um letzte Stelle, wo ich drüber gezeichnet hatte noch zu verdecken.

Damit stand dann nach zweieinhalb Wochen die gesamte Figur.

Durch die Haare und die Ranken nahm sie schon immerhin etwa die Hälfte des Bildes ein.

Doch das Hintergrundproblem blieb.

Ich fragte mehrere Freundinnen, was ich machen soll, doch die ausschlaggebende Idee blieb erst mal aus.

Das Problem bestand darin, dass die rechte untere Ecke nun recht überladen wirkt, und ich im oberen bereich dazu ein Gegengewicht brauchte. Im Gegenzug darf der Hintergrund aber auch nicht zu Detailliert sein, da sonst der Verlauf der Ranken wie ein einziges Wirrwarr gewirkt hätte.

Die Ausschlaggebende Idee zum Hintergrund kam dann von Mana (Animexx), die meinte: Mach doch ne Uhr hin.

Die Idee gefiel mir richtig gut, da sie auch sehr gut für ne Interpretation ist.

Sie wirkt ja Recht gefangen, und eine Uhr verbinde ich mit Schicksal. Es sollte wirken, als laufe ihr die Zeit davon, weshalb die Uhr auch relativ alt wirkt. Durch die ranken ist sie wiederum an ihr Schicksal gefesselt, so entsteht gleichzeitig eine Verbindung zwischen Uhr und Figur.
Auch kann man in eine Uhr viele Details rein bringen, ohne dass man diese aus der unteren ecke wiederholen muss, das macht das Bild gleich interessanter ^.^
Kurz: Perfekt!

Leider hab ich hier nicht so viel Zwischenschritte gescannt, Mana war zu Besuch, da haben wie gleich zusammen gezeichnet, da hab ich’s vergessen ^.^“

Ich begann aber wie bei den Haar-ranken die grobe Form der Uhr vorgegeben und anschließend alle Ranken eingezeichnet, welche die Uhr schneiden.

Anschließend arbeitete ich den Goldenen Rand der Uhr fertig aus, und arbeitete mich dann bis zu den Zeigern vor.

Das Ziffernblatt stellte die nächste Herausforderung dar.
Ich begann damit die Ziffern einzuzeichnen und allen Platz darum dann hellbraun einzufärben. Mit schwarz brachte ich dann nach Schatten in das Braun um es recht alt aussehen zu lassen.
Anschließend umrandete ich die Ziffern mit einem Goldenen Gelstift, damit sie nicht mit dem Schwarz-Braun des Ziffernblatt verschwimmen.
Mit dem Gelstift arbeitete ich dann einige Goldene Gravuren ein.

Den mittleren Teil der Uhr machte ich so leicht wie Marmor mit tiefen Rissen, um sie noch Älter wirken zu lassen.
Das Selbe ließ ich dann im Hintergrund noch mal wiederkehren, damit sich die Uhr auch gut in das Bild einfügt.

Tja, damit war das Bild fertig, sogar rechtzeitig, im August, wie es meine Schwester wollte.

Allerdings wollte sie es nicht, mit den Worten: Es ist nicht das, wie sie es sich vorgestellt hatte *grml*

Begründung: Die Rosen sind zu klein, die Ranken haben keine Dornen und eine Uhr habe sie sich nicht gewünscht *noch mehr grml*

Na wenigstens hat sie mir jetzt noch mal bis Oktober Aufschub gegeben (und da sie’s jetzt zum Geburtstag kriegt, brauch ich mir darum dann nicht mehr so viele Gedanken machen ^.^) ... dann frohes Malen (als hätte ich sonst keine Auftragsarbeiten -.-)


[BACK]
impressum