Die Gänsemagd

Im Juni 2014 startete der Best Artist-Contest auf Facebook.
Bei diesem Wettbewerb treten verschiedene Zeichner in mehreren Runden gegeneinander an. In jeder Runde gibt es ein Thema mit einem Schwerpunkt. Jeder Zeichner macht ein Bild zu diesem Thema und bekommt von einer 5-köpfigen Jury Punkte. Die Zeichner mit den wenigsten Punkten fliegen raus, bis am Ende nach vielen Runden nur noch einer übrig bleibt.

Ich habe mich für diesen Wettbewerb beworben, um mich zum einen selbst zu testen (wer will nicht gerne wissen, wie weit er kommen kann ^.^“) und zum anderen auch um einen guten Arschtritt zu haben. Nichts motiviert mehr als eine Deadline. In vermutlich 6-7 Runden sollten eine Menge Bilder zusammen kommen, in der Hoffnung, dass auch ein paar Bilder entstehen, die ich mir motivisch vielleicht sonst nie zugetraut hätte X3


Die erste Runde startete mit dem Thema „Märchen“. Bewertet wurden die Umsetzung eines Märchencharakters und die Wiedererkennbarkeit. Der Charakter sollte in Ganzkörperpose gezeichnet werden, ein Hintergrund war nicht verlangt.

Ich hatte eine Weile überlegt, bis ich mich für ein Märchen entscheiden konnte.
Um bekanntere Märchen wie Rotköppchen oder Dornröschen wollte ich lieber einen Bogen machen … wenn es zu viele zu einem Thema gibt, läuft man doch Gefahr, an anderen direkt gemessen zu werden. Ich wollte gerne das Bild für sich sprechen lassen.
Ein paar meiner Lieblingsmärchen scheiterten aber einfach daran, dass die Hauptcharaktere nicht eindeutig genug waren, wenn der Chara alleine steht. Andere Märchenfiguren sollten nicht mit auf’s Bild.

Am Ende waren 3 Märchen in der engeren Auswahl: „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“, „Allerleirauh“ und „Die Gänsemagd“.

Da kein Hintergrund verlangt war (und ich befürchtete mit Hintergrund die Deadline nicht halten zu können), wollte ich das Bild gerne so anlegen, dass ich nach dem Wettbewerb den Hintergrund noch ergänzen kann.

Erstes Märchen flog leider heraus, da ich dort gerne mit Licht gearbeitet hätte, und nicht glaubte, dass das Motiv dann ohne Hintergrund funktioniert. Und zweites Märchen scheiterte daran, dass man die Figur zwar super alleine darstellen konnte, aber mir kein guter Hintergrund einfiel. Auf diese Weise fiel meine Wahl auf „Die Gänsemagd“.

Die sie in vielen Bildern oft am Tor mit ihrem Pferd dargestellt wird, wollte ich gerne etwas anderes nehmen. Ich habe als Kind die Szene geliebt, wo das kleine Kürtchen auf der Gänsewiese seinem Hut hinterher jagen darf. Aus diesem Grund musste es diese Szene sein X3

Vom Aufbau her schwebte mir die Idee im Kopf rum, sie vorne unter einen Baum zu setzen, während sie sich die Haare flechtet. Mit dem Baum konnte ich die Windbewegung gut darstellen und im Hintergrund sollte Kürtchen auf der Wiese seinem Hut hinterherjagen.


Dadurch, dass das Bild auf diese Weise quasi in zwei Ebenen geteilt ist, konnte ich auch Problemlos das Motiv ohne fertigen Hintergrund einreichen.

Angefangen habe ich wieder, indem ich mir grob die Pose vorgab. Wie ich schon bei meinem Esmeralda-Bild für das „Heldinnen und Prinzessinnen“-Projekt geschrieben habe: Es fällt mir schwer, Charaktere in Ganzkörper auf ein Bild zu bringen.

Eine besondere Herausforderung bildeten ihre geflochtenen Haare. Für die Pose habe ich vor dem Spiegel ein wenig herumprobiert, bis es gepasst hat.

Um den Charakter noch eindeutiger zu machen, habe ich noch ein paar Gänse bei ihr platziert. In Rücksprache mit der Jury war es gestattet, solange es keine festen Märchenfiguren sind.
Für die Gänse hatte ich verschiedene Referenzen verwendet, um sie möglichst erkennbar hinzubekommen.


Die Wiese wollte ich schön detailliert ausarbeiten. Auch wenn es nicht für den Wettbewerb erforderlich war: Das eigene Ego muss doch auch bedient werden X3 Außerdem wollte ich mit der Wiese für das Kürtchen ja noch gerne weiter nach hinten gehen, um die nötige Tiefe zu erzeugen mussten die Details in der Wiese abnehmen.

Dies ist der Endstand, wie ich das Bild in den Wettbewerb eingereicht habe. Immerhin wurde es von der Jury mit 45/50 Punkten bewertet ^.^ Und damit hat es für Runde zwei gereicht!



Das Bild ging natürlich noch weiter. Der Baum hat zum einen den Zweck wie gesagt den Wind einzufangen. Zum anderen wollte ich das Grün der Wiese gerne noch einmal im oberen Bereich des Bildes wiederkehren lassen.
Als Baumart habe ich mich für eine Weide entschieden, da man in den hängenden Ästen gut den Wind einfangen kann. Die Arbeit an der Weide dauerte etwa 3 Abende.

In den Hintergrund brachte ich noch zwei weitere Ebenen Wiese. Dahinter brachte ich noch das Schloss.
Der Himmel war ursprünglich in einem etwas lilaneren Ton geplant, um ihren Rock nochmals aufzugreifen. Leider ist der Schimmer der Wolken dann doch etwas blauer geworden, als gewollte.



Mit dem Endresultat bin ich trotzdem sehr zufrieden. Vor allem hatte ich am Ende das komplette Bild in 15 Tagen, also großzügig innerhalb der Deadline geschafft ^.^ Das ist eine gute Motivation, um sich selbst ein wenig zu pushen ^.^


[BACK]
impressum