Forever and ever

Als ich Anfang 2014 meine Bilder durchging, um sie für meinen Kalender einzuplanen, ist mir aufgefallen, dass ich es seit 2011 nicht fertig gebracht habe, auch nur ein rosanes Bild zu produzieren. Ich muss dazu sagen, dass Rosa- und Pinktöne nicht gerade zu meinen Lieblingsfarben gehören.

Ich wollte für die Leipziger Buchmesse gerne noch für die Verlosung ein Bild als Hauptpreis machen. Daher entschloss ich mich, dies gleich zu kombinieren und das Verlosungsbild gleich für den Kalender mitzuverwenden.
Meine Rosatöne meiner Buntstiftmarke haben allerdings den Nachteil, dass sie nicht ganz Lichtfest sind und unter Sonneneinstrahlung mit der Zeit ausbleichen. 2009 hatte ich von meiner Cousine eine 72-Stifte-Box mit Albrecht-Dürer-Stiften von Faber bekommen. Diese setze ich allerdings so gut wie nie zum Zeichnen ein, da sie mir einfach zu schade zum aufbrauchen sind .//////.
Für den Hauptpreis habe ich diese allerdings jetzt hergenommen, damit der potentielle Gewinner auch möglichst lange etwas davon hat.
Eine Premiere für mich ^.^



Ich hatte für die Motivwahl eine Umfrage auf Facebook gestartet. Das Feedback was ich bekam war unter anderem der Wunsch nach einem Engel. Da dies auch ganz gut für den Mai passte, damit ich das Thema nicht so sehr wiederhole, wurde es dann dieses Thema.
Allerdings hatte ich ein bisschen Sorge, dass ein Engel aufgrund der Farbe im Kitsch versinkt. Daher habe ich mich entschieden, das Motiv ein wenig markaberer zu machen.

Da Engel bekanntlich unsterblich sind, war der Hintergedanke einen Engel zu machen, der sich in einen Sterblichen verliebt hat und ihm bis in alle Ewigkeit Treue geschworen hat. Die Rosen wählte ich, um die makabrere Szene mit ein wenig gewolltem Kitsch noch zu unterstreichen ^.^

Angefangen habe ich mit dem Blick des Engels. Ich habe 4 Anläufe gebraucht, bis der Blick endlich stand. Ich wollte Sie so richtig schön glücklich und verliebt drein gucken lassen, mit einer kleine Spur benebelt sein, so frei nach dem Motto: „Liebe macht blind“.


Das Skelett sollte aussehen, als würde es sie von hinten umarmen. Gleichzeitig wollte ich aber, dass man erkennt, dass es tot ist. Den einen Arm habe ich dazu auf ihrer Schulter ruhen lassen, er sollte einfach nur so tot und leblos runterhängen. Den anderen Arm sollte der Engel halten. Es sollte wirken, als lege sie sich selbst in seine Umarmung.
Ich weiß nicht, ob es beim Angucken dem Betrachter wirklich auffällt, aber ich mag diese Interpretation wirklich sehr. Ich mag es von der Umsetzung her.


Bei dem 4. Zwischenschritt sieht man in der Skizze vielleicht ganz grob angedeutet die Krone. Ich wollte eigentlich, dass er aussieht, wie eine Art Königssohn. Allerdings sprach es mich dann doch nicht so an, dass ich auf eine Mütze mit Federn umgestiegen bin. Ein ähnliches Design hatte ich schon einmal bei meinem Prinzen in dem Bild „Eis und Schnee“.

Die Haare des Engels wollte ich gerne lang und wallend machen. Es sollte wirken, als säße sie dort schon Jahrhunderte, und die Haare sind einfach immer weiter gewachsen. Gleichzeitig sollte sie wie von Rosen eingewachsen aussehen, die sich über Sie und ihre Flügel einfach ausgebreitet haben.


Mein persönliches Highlight im Bild ist allerdings der Himmel.
Die im linken Bild enthaltenen Stifte sind alle Farben, die bei dem Himmel eingegangen sind.
Ich hatte ursprünglich überlegt eine untergehende Sonne einzubringen, die sich nach außen hin in Rosa auflöst, fürchtete dann aber, dass die Gelb-Orangene Sonne zu knallig kommen würde. Und auch, dass sich das Rosa nicht ordentlich vom Rest des Hintergrundes abhebt.
Stattdessen habe ich mich dazu entschieden nur eine Art Verlauf hinein zu bringen und nach oben hin bis ins Hellblau auszulaufen. Ich mag den Effekt wirklich sehr, auch wenn beim Straffieren dabei sehr viele Farben eingegangen sind. Das hat echt Nerven gekostet. Aber ich finde das Ergebnis entschädigt für die Arbeit ^.^

Im rechten Bild sind alle Farben enthalten, die in den Flügeln des Engels stecken.

Der Rest des Bildes besteht eigentlich nur aus Flügeln, Haaren und Rosen.

Die Rosen habe ich immer mal zwischen drinnen ein bisschen gezeichnet. Einzelne Rosen machen Spaß, allerdings wenn man viele am Stück zeichnet, wird es schnell frustrieren. Daher habe ich mir die Arbeit daran schön eingeteilt.
Die Haare waren mit der frustrierenste am Bild. Die brauchen immer ewig ^.^“ Aber dafür gehen mir Flügel immer wieder leicht von der Hand. Deshalb baue ich gerne Federn bei meinen Bildern ein X3.




So sieht der fertige Scan des Bildes aus.

Insgesamt stecken etwa 2 Wochen Arbeit in dem Bild.
Im Kalender für 2015 hat das Bild am Ende die Stelle des Mais bekommen.

Ich hatte das Original auf der LBM 2014 am Samstag und Sonntag als Hauptpreis in meiner Verlosung. Leider ist es nicht gezogen worden.
Ich hatte erst überlegt, ob ich es vielleicht nachträglich im Internet verlose. Allerdings hatte ich ein bisschen Angst, dass viele einfach nur teilnehmen, weil es etwas gratis gibt, ohne sich wirklich für den Preis selbst zu interessieren :/ Das Risiko war mir dann doch zu hoch. Daher ist das Original noch bei mir. Ich überlege allerdings, ob ich für das kommende Jahr dann zwei Hauptpreise mache, dann steigt auch die Chance, dass es wenigstens einen glücklichen Gewinner gibt ^.^


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