Wer schön sein will...

Das Bild entstand eigentlich sehr spontan.

Ich habe im Dezember einen Laserdrucker bekommen, und wollte ihn unbedingt ausprobieren, ob er funktioniert. Also erstellte ich ein Textdokument mit dem schönen Inhalt „Test“. Meine Mutter sah das natürlich nicht so gern, und wetterte gleich, dass das doch Papierverschwendung war.
Meine Motivation das Bild zu zeichnen war dann quasi: „Los, Anja! Beweise ihr, dass das keine Blattverschwendung ist!“, und so fing ich an auf der Rückseite ein Bild zu zeichnen.


Zuerst kamen wie immer bei mir die Augen an die Reihe. Ich wollte schöne runde Augen haben, ihr Gesicht sollte etwas richtig niedliches und puppenhaftes haben.
Rot habe ich eigentlich nur genommen, weil ich so lange kein komplett roter Bild mehr hatte. Kurz zuvor hatte ich ein komplett Blaues und ein Grünes gezeichnet, die Rotstifte mussten einfach alle werden ^.^

Ich wollte seit langem mal wieder richtig schönen Kitsch zeichnen. Rüschen, Perlen ... alles musste rein, hauptsache schön überladen.
Im November hatte ich erst mein Bild „Birds are singing“ fertiggestellt, die Locken hatten mir so gefallen, dass ich sie unbedingt noch einmal einbauen musste.

Als ich so die Schleifen in ihren Haaren gezeichnet habe, fand ich es ein bisschen öde, sie einfach nur herunter hängen zu lassen. Da kam mir die Idee mit den kleinen Engelchen, die sie einkleiden.
Der Schleifenengel rechts oben war der erste. Kleine Figuren liegen mir nicht so wirklich ... bei meinem Junibild aus meinem Kalender „2007“ habe ich erst ausführlich kleine Figuren versaut. Ich wollte das mit diesem Bild rehabilitieren ... so zumindetstens der Hintergedanke, wirklich gelungen ist es mir nicht ^.^“

Bei dem Bild machte ich einen riesen Fehler: Für die Grundierung der Rüschen verwendete ich Hautfarbe ... um bei so hellen Farben eine halbwegs vernünftige Straffur hin zu bekommen, müssen sie ziemlich spitz sein, meine gesamten Hautfarbevorräte waren bei diesem Bild drauf gegangen ^.^“

Ich hatte nebenher noch ein paar andere Bilder am Laufen, an denen ich kaum weiter arbeiten könnte, weil bei mir totaler Mangel an der Hautfarbenfront war ... und leider fehlte mir die Zeit um Nachschub zu besorgen.
Als ich Mitte März endlich wieder dazu kam, habe ich gleich erst mal meine Faber Classic auf Vorrat gekauft (Alle Packungen des Groitzscher Zeichenbedarfsladens XD ... 2 sind jetzt, 3 Monate später noch übrig).

Als ich Januar herum so am Bilder sortieren war, war mein Kalender zwar voll gewesen, allerdings befanden sich zwei Bilder darinnen, welche ich nicht unbedingt mit hinein nehmen wollte. Weil dieses Bild zu diesem Zeitpunkt schon ne fertige Idee hatte, dachte ich mir, ich könnte es noch rechtzeitig fertig bekommen.
Allerdings machte mir der Winter beinahe einen Strich durch die Rechung:

Ich hatte es mit in der Uni gehabt, um es noch rechtzeitig fertig zu bekommen. Ich zeichnete auf meinen Schoß, wo es ausversehen runter rutschte. An sich keine große Sache, allerdings hatte es die Tage zuvor geschneit, wodurch der Boden nun mit Schneematsch von den Schuhen bedeckt war ... und in genau so einer Pfütze landete es natürlich T_T

Ich versuchte es noch schnellst möglich zu säubern, doch die Dellen und Wellen waren unvermeidlich.

Zu diesem Zeitpunkt war der Engel gerade fertig geworden, es fehlten nur noch die Säulen des Hintergrundes. Ich versuchte das Bild nach dem Trocknen trotzdem noch fertig zu bekommen, doch aufgrund des welligen Untergrundes war es unmöglich die Säulen gerade hin zu bekommen.
Auch hatte ich Angst zu viel zu straffieren, das Papier war aufgrund der Wasseraufnahme sehr rauh geworden, dadurch hätten leicht Löcher hineinstraffiert werden können, also vielen auch die Wände dann ziemlich sporadisch aus. Ursprünglich wollte ich ja eine Art Keuzgewölbe machen, aber ohne Radieren wäre das unmöglich gewesen, also gab es nur die Sparvariante ;_;

Als ich März endlich zu Hause in Pegau war, versuchte ich es noch mal zu Bügeln ... aber abgesehen davon, dass der Tippex sich verflüssigte und die Dellen sich in Falten verwandelten, hatte dies keine große Wirkung.

Meine Mutter war dann die Rettung! Sie hat durch ihren Beruf sehr viel Routine im Ausbessern von Bildern ... vom alte Fotos restaurieren, bis zum ganze Köpfe in Bildern austauschen, durfte sie aufgrund ihres Berufes als Fotografin schon alles machen. Und so war ihre Aufgabe nun, die Dellen aus dem Bild zu verbannen. Fragt mich nicht, wie sie dieses Kleine Wunder verbracht hat. Eine Säule musste sie komplett ausschneiden und austauschen. Sie jammert mir bis heute die Ohren voll, wie viel Arbeit da drinnen steckt, aber ich bin so froh, dass ich das Bild dann doch noch für meinen Kalender verwenden konnte, sonst hättet ihr jetzt diese verkrüppelte Raupe vom letzten Sommer drinnen gehabt ^.^“ ... Jetzt ist es das Februarbild geworden. Bei Interesse könnt Ihr ja mal in meinem Shop vorbei gucken ^.°


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