Buntstift-Tutorial

Material

Straffieren

Schattensetzung

Haarstruktur


Buntstifte sind definitiv mein Lieblingsmaterial.

Die Vorteile der Buntstifte sind sehr klar: Der Preis ist mehr als erschwinglich und auch Farbtechnisch hat man die Möglichkeit, aus einer großen Farbpalette zu wählen.

Wie aber auch bei jedem anderem Medium: Die Technik macht’s.
Ich durfte schon oft Sachen hören wie:
„Nimmst du Polychromes? Ich hab nur so billige/ blasse Stifte!“
„Solche Farben bekommt man mit Buntstiften hin!?“
„Mit meinen Stiften sieht das immer so streifig aus...“
Und so weiter.

Man kann mit Buntstiften eigentlich super Ergebnisse erreichen, auch ohne das man die Teuersten von allen verwendet. Man braucht auch nicht besonders viele verschiedene Farben, meine ersten Bilder sind mit 14 Farben entstanden. Man kann mit wenigen Stiften viele verschiedene Farbtöne erreichen (dazu mehr im Farben-Tutorial, dort gibt es interessante Stiftkombinationen, gezeigt an Beispielbildern) in dem man die Kombinationen von Stiften etwas variiert.
Auch mit der richtigen Technik kommen die Farben sehr intensiv und glatt, egal wie teuer der Stift war ^.°


Material
Welche Stifte Ihr verwendet ist eigentlich egal.

Was Ihr vielleicht nicht holen solltet:

In Märken wie MacGeiz oder MacPaper gibt es regulär Buntstifte im Sortiment zu kleinen Preisen. Diese sind aber meist überlagert und besitzen daher sehr harte Minen. Um solche Packungen lieber einen Bogen machen ^.°
Wenn in Supermärkten aber mal besondere Aktionen laufen, wie beispielsweise kurz vor Schulanfang, dann kommen die Stifte meist frisch ins Sortiment, dort kann man ruhig mal zugreifen ^.°

Wenn Ihr Euch einmal auf eine Marke eingeschossen habt, solltet Ihr vielleicht auch dabei bleiben. Bedenkt: teuer ist nicht gleich Qualität. Ich benutze sehr gerne Faber, als ich jedoch mal in Lübeck Stifte holen musste, hatte ich die Wahl zwischen Staedler und Faber, Faber war 50 cent teuer, also holte ich Staedler ... diese waren jedoch steinhart ... ich weiß nicht, ob es überlagert war, ob es an der Marke lag, oder sonst etwas, bei Marken, die man schon einmal benutzt hat, weiß man was man kriegt, wenn es also nicht unbedingt nötig ist, bleibt bei Euerer Standartmarke ^.°

Was auch den Preis nach oben treibt: Oft werden an Buntstifte Radiergummis gebastelt oder diese Dreieckige Form, die angeblich besser in der Hand liegt etc. Es gibt vielfältige Varianten, die die Firmen anwenden, um den Preis hochzutreiben, das kann sich je nach Marke um mehrere Euro handeln.
Eine Faber Classic Packung kann man schon für 2 € die Zwölferpackung ergattern, die 24er Packung 5 € (ich fand sie sogar schon mal für 3,75 € bei Karstadt, dies ist aber auch mit Glücksfall ^.°) ... Mit Radiergummis und Co kostet kaum eine Packung unter 5 €, dies muss wirklich nicht sein ^.°

Thema: Spitzer

Ihr kennt vielleicht, dass Buntstifte es an sich haben, echt schnell abzubrechen, gerade billigere Stifte neigen dazu. Dies braucht aber nicht unbedingt an den Buntstiften zu liegen, oft ist auch der Spitzer einfach zu stumpf.

Ich hatte früher einen großen verschleiß an Spitzer, und auch Mülltechnisch war es immer ein großer Anfall, der sich ansammelte.
Ich würde Euch empfehlen, auf eine Spitzmaschine umzusteigen ^.°

Einmal läuft die Spitze dort wesentlich steiler, als bei einem normalen Spitzer, die Mine wird also nicht so schnell stumpf, man braucht weniger Spitzen. Zum anderen werden die Messer nicht so schnell stumpf (ich benutze meine jetzt 1 ½ Jahre und bisher spitzt sie noch einwandfrei). Auch hat sie einen großen Speicher für den Abfall.
Und was ich vor allem schön finde: die Stifte sind fest eingespannt, sie brechen dadurch nicht so schnell ab und man kann sie auch wesentlich kürzer spitzen, ohne dass man die Zange zu Hilfe nehmen muss ^.° Man kann seine Buntstifte also wesentlich effektiver nutzen.

Ein kleiner Tipp für kurze Stifte:
Diese sind ja oft sehr unhandlich.
Nehmt einfach einen Kugelschreiber und schraubt ihn auf. Der untere Teil ist perfekt für den Buntstift geeignet. Stopft ihn etwas mit Taschentuch oder Papier aus, so kann der Stift nicht rein rutschen, und so bildet der Kuli quasi eine Verlängerung für den Stift.
Dazu würde sich auch diese Hülle dieser Stift-Radiergummis eignen, diese Variante wäre alleridngs etwas teuerer ^.°


Radiergummis:

Also an sich kommen diese bei den Buntstiftcolos nicht besonders zum Einsatz, da man mit ihnen alle Schichten wegradiert. Wenn Ihr radieren müsst, radiert die gesamte Fläche weg, sonst kriegt Ihr keine sauberen Farbverläufe mehr hin ^.°

Von der Qualität her: Der Radiergummi sollte stabil genug sein, dass man sehr präzise damit Radieren kann. Man braucht recht viel Druck, um mehrere Lagen Buntstift weg zu bekommen, so würde man bei diesen Knetgummis beispielsweise das gesamte Bild wegradieren ^.°
Der Radiergummi sollte aber weich genug sein, damit man keine Löcher in das Papier macht.
Diese weißen Radiergummis wären eigentlich gut dazu geeignet. Auf keinen Fall diese, mit der Rot-Blauen Teilung, so kriegt Ihr garantiert Löcher in das Papier ^.°

Wer Zugang zu so etwas hat: Ich bin bei der Musik-Schule Fröhlich gewesen (Melodika und Akkordeon, fragt mal in Euer Verwandtschaft ^.° ) ... die haben in Ihrem Souvenir-Sortiment so ein paar gelbe Radiergummis, die haben echt eine tolle Qualität ... vor allem als Musikschüler bekommt man die gratis ^.°


Straffieren
Ich habe Früher mich oft nicht an Buntstifte heran getraut, weil sie recht blass wirkten. Etwa mit 14 Jahren kam ich dann auf die Idee mehrere Farben übereinander zu decken. So war es möglich schöne Farbverläufe zu erzeugen, ohne dabei in der Intensität der Farben einzubüßen.
Zuerst legte ich die Buntstifte immer schräg (so hatten wir es in der Grundschule mal gelernt), allerdings hat das den Nachteil, dass kleine Flächen recht schwer genau auszumalen sind.
Auch ist dies ein wahrer Magnet für abgebrochene Spitzen.

Ich in zu dem Schluss gekommen, dass man am Besten mit Buntstiften colorieren kann, wenn die Spitze schön angespitzt ist. So kann man sehr präzise arbeiten und vor allem einheitlichen Druck einhalten.

Wichtig ist: Drückt nicht zu doll auf.
Das Geheimnis starke Farben zu erzeugen ist mehrmals drüber zu gehen und viele verschiedene Farben übereinander zu decken. Jedoch ist das Blatt nur bis zu einem bestimmten Grad aufnahmefähig. Buntstiftbilder werden ja recht glatt, wenn die Wachsschicht auf dem Bild zu stark wird, wird keine weitere Farbe mehr angenommen.

Umso leichter Ihr auf drückt, umso öfter könnt Ihr darüber eggen.

Das mehrmalige darüber Zeichnen ist sogar gleichzeitig die Möglichkeit, die Struktur in der Colo recht glatt zu bekommen.

Beim ersten Bild bin ich einmal kurz in eine Richtung drüber gegangen. Die Struktur kommt noch sehr stark rüber. Beim zweiten Bild bin ich mehrmals in die selbe Richtung drüber gegangen, die Struktur wirkt im Vergleich zum ersten Bild wesentlich glatter, und durch das leichte Aufdrücken könnt Ihr noch oft genug drüber gehen, das Papier ist noch recht rau.

Beim Dritten Bild bin ich in einer weiteren Richtung drüber gegangen. Die parallel verlaufende Struktur verschwimmt und vor allem kommen die Farben so schon stärker rüber.

Beim letzten Bild sind insgesamt drei Richtungen zusammengekommen. Die Struktur ist schön glatt geworden und auch die Farben sind sehr intensiv geworden.

Bestimmt wirken diese vielen Richtungen recht verwirrend, im Bild lässt sich es aber einfach umsetzten.
Wichtig ist: Arbeitet nicht im zu Steilen Winkel zu den Outlines, das lädt zum Drüberzeichnen ein. Arbeitet zweimal in Diagonaler Richtung zu den Outlines und einmal längst der Outlines.
Setzt bei den diagonalen Strichen immer bei den Outlines an und zieht den Stift schnell zur Mitte hin, so bekommt Ihr gleichzeitig noch schön weich auslaufende Schatten zu Stande ^.°


Schattensetzung
Bevor Ihr eine Fläche coloriert solltet Ihr Euch darüber klar werden, welche Farbe dominieren soll.
Ihr könnt nicht mit unendlich vielen Farben drüber gehen, da das Papier irgendwann keine Farben mehr annimmt. Wenn Ihr dabei mit der Grundfarbe zu oft drüber geht, sieht man die eigentliche Farbe am Ende nicht mehr so stark ^.°

Ich möchte beispielsweise ein dunkles Blau entstehen lassen, bei dem ich ein Hellblau als Grundfarbe nehme. Ich gehe dazu nur zwei- bis dreimal über die Fläche. Die Farbe kann dabei noch recht uneben aussehen, da es die Grundfarbe ist, sieht man das am Ende sowieso nicht mehr so stark ^.°

Grundiert die Fläche und geht anschließend mit der dunkleren Farbe drüber. An Stellen für Highlights einfach die Grundfarbe durchscheinen lassen.

Je nachdem, wie dunkel es werden soll immer noch einmal drüber gehen. Da die Mütze ja besonders dunkel werden soll, bin ich anschließend noch mal stark mit Schwarz drüber gegangen.

Helle Farben haben es an sich recht grell nach dem Scannen zu wirken. Besonders Gelb und Rot knallen ganz schön rein. Das kann nach dem Scannen die Farbverläufe zerstören. In diesen Fällen noch mal ganz leicht mit einem Schwarzstift drüber gehen.
Ich habe einen Schwarzstift, welcher Stein hart ist. Wenn ich mit diesem drüber zeichne, gibt er kaum Farbe an das Bild ab, jedoch wirken die Farben nach dem Scannen nicht mehr so grell ^.°
Ein recht harter Bleistift kann aber ebenfalls eine solche Wirkung haben. Wichtig bei harten Stiften: Macht die Mine vorne nicht ganz spitz sondern leicht rundlich, sonst macht Ihr Euch Löcher in das Papier ^.°

Wenn euere obere Farbe recht streifig geworden ist: Geht noch mal mit der Grundierung drüber und drückt dabei schön auf. Sie decken zwar nicht, da sie ja schon im Bild vorhanden sind, machen aber die dunkle Farbe schön glatt.


Haarstruktur
Haare lassen sich mit Buntstiften eigentlich sehr schön darstellen.
Die Spitzen der Stifte sind schön schmal, so kann man sehr schön die Haarstruktur erzeugen.

Bei den Haaren hat man einerseits die Möglichkeit, jede Strähne einzeln wie zuvor zu erzeugen, dies ist aber recht umständlich.
Um die Haarstruktur zu vereinfachen: Doll Aufdrücken erlaubt ^.°

Wenn Ihr mit den Stiften fest aufdrückt decken alle Farben die darüber kommen nicht mehr vollständig, die helleren Farben leuchten also durch die dunklen Farben durch, wodurch sehr schön Struktur in die Haare kommt.

Zeichnet die Haare in schönen langen Strichen, drückt dabei richtig doll auf. Lasst aber Abstände zwischen diesen doll aufgedrückten Strichen. Die Stellen dazwischen auch einfärben, allerdings leicht aufdrücken.
Nehmt dann die dunklere Farbe, und zeichnet mit leichtem Aufdrücken darüber, die hellere Farbe leuchtet nun dadurch. An den Stellen, wo Ihr weich aufgedrückt hattet, kommt dafür die dunkle Farbe besser zum Vorschein. Lasst aber Euch noch helle Stellen durchleuchten. Gerade in der Mitte einer Strähne nicht so oft mit der dunklen Farbe drüber gehen, so bekommt Ihr Highlights in die Haare.

Um Schatten in die Haare zu bekommen noch einmal leicht mit Schwarz darüber Straffieren ... gerade an den Stellen wo sich Strähnen überlagern oder beim Scheitel fällt doch Schatten: Dort könnt Ihr Euch von der Haarstruktur lösen und leicht schräg zu den Haaren arbeiten. Durch das dolle Aufdrücken wäre die Haarstruktur dadurch nicht gefährdet, solange ihn liebevoll mit dem Stift arbeitet: Beim Schattensetzten immer leicht aufdrücken ^.°


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