Colorieren im Photoshop

Als erstes möchte ich sagen, dass ihr nicht unbedingt ein Graphic-Tablett benötig, um diese Technik anzuwenden. Meine ersten Bilder sind alle noch komplett mit der Maus entstanden, also als ich diese Technik entwickelte.
Das Grahic-Tablett ist ein gutes Zeitersparnis, und vereinfach auch einige Kniffe. Wenn ihr Mausbenutzer seit setzt den Wischfinger deutlich schwächer ein (bei der Schattensetzung etwas 50%; bei den Haaren etwa 70%) und geht dafür mehrmals drüber, so erreicht ihr ein genauso gutes Ergebnis, als wenn ihr ein Graphic-Tablett hättest ^.°


Colorier-Technik
Zuerst benötigt man als Ausgangspunkt für jede Coloration ein paar passende Outlines.

Bringt Euere Outlines auf eine einzelne Ebene und macht alle Flächen zwischen den Outlines transparent. Wie dies funktioniert könnt ihr Euch noch mal im Outlines-Tutorial durchlesen ^.°

Wenn Ihr Euere Outlines auf einer Ebene habt, kann das Colorieren losgehen.

Wählt zu allererst Euere Flächen aus.
Ich gehe folgender Maßen vor, indem ich alle Farben auf eine einzelne Ebene bringe.
Geht dazu unter Ebene >> Neu >> Ebene..., So bekommt Ihr eine Ebene über der Hintergrundebene, aber unterhalb der Outlines-Ebene.

Nehmt dann das Polygonlasso und wählt Euere Fläche aus, in diesem Falle die Hautfarbe. Da Maske und Haare später darüber kommen braucht Ihr hier noch nicht so sauber auswählen, nur bei den Teilen, die Später nicht von anderen Farben verdeckt sind ist es wichtig, dass Ihr exakt an den Outlines entlang arbeitet ^.°

Nehmt dann nach dem auswählen der Fläche den Farbfüller und füllt Euere Fläche mit Farbe.
Wichtig ist, dass Ihr Euere Farbe recht hell auswählt, da diese die Highlights im Bild am Ende darstellt.
Klickt anschließend in Euerem Ebenen-Protokoll auf „Transparente Pixel fixieren“, so bleibt Euere Farbe an Ort und Stelle ^.°

Die Fläche selbst wirkt aber bisher noch recht platt. Als nächstes müssten Schatten eingefügt werden. Die Farbe für die Schatten bekommt Ihr vom Nachbelichter.
In der Optionen-Leiste hab Ihr drei Bereiche zur Auswahl. Für farbige Schatten könnt Ihr Tiefen oder Lichter auswählen. Gebt Euch grob einen Punkt für die Schatten vor. Nehmt dazu eine recht dunkle Stelle im späteren bild, wie z.B. unter den haaren oder an den Gesichtsrändern ^.°

Stellt anschließend noch einmal den Bereich auf Lichter. Damit erreicht Ihr sehr dunkle Schatten. Geht noch einmal damit leicht auf Euere Schattenpunkte von eben. Passt aber auf, dass Euere hellen Ränder bei den Flecken erhalten bleiben.

Mit dem Nachbelichter habt Ihr nun eine Grundlage für Euere Schatten.

Die Positionierung der Schatten mache ich mithilfe des Wischfingers.
An sich ist es ein echt widerspenstiges, mithilfe des Modus „Abdunkeln“ ist es aber perfekt für die Schatten geeignet ^.°

Nehmt eine Weiche Werkzeugspitze, so erreicht Ihr recht glatte Schatten.
Die Größe der Werkzeugspitze entscheidet, ob einen recht weichen verlauf erzeugt, oder mehr einen mit einer harten Kante.

Wählt zuerst eine recht große Werkzeugspitze.
Setzt an den hellen Rändern Euerer Schattenpunkte an und zieht sie vorsichtig lang. So könnt Ihr Stück für Stück eure Schatten positionieren. Um so öfter Ihr drüber geht, um so tiefer setzt Ihr Euere Werkzeugspitze in den Schattenflecken an, sodass Ihr erst die Hellen, dann die dunkleren Stellen verzieht. So erreicht Ihr sehr schöne Farbverläufe.

Am Ende nehmt Ihr nochmals den Nachbelichter und setzt an ganz dunklen Stellen, wie z.B. unter den Haaren oder unter dem Kinn kleine dunkle Punkte. Dazu braucht die Werkzeugspitze nicht sonderlich groß sein.

Nehmt dann wieder Eueren Wischfinger und macht die Werkzeugspitze kleiner als zuvor. Zieht dann die dunklen Punkte wieder zu Recht. Damit erreicht Ihr recht scharfkantige Schatten.

Um ein Bild plastisch wirken zu lassen, braucht man eine gute Mixtur aus weichen hellen und dunklen scharfkantigen Schatten ^.°

Um die Schatten noch zu verstärken geht Ihr unter Bild >> Einstellungen >> Gradationskurve.

Wie schon bei den Outlines: Diese Funktion ist mehr Spielerei.
Setzt drei punkte darauf ... zuerst einen in der Mitte, dann jeweils einen außen ... sieht die äußeren beliebig durch die Gegend, je größer die Ausschwenkung der Kurve ist, um so bessere Farbeffekte könnt Ihr erzielen ^.°
Dadurch, dass Ihr gräuliche und farbige Schatten verwendet habt, könnt Ihr klasse Farbabstufungen erzielen ^.°

Beim Beispielbild hab ich mich jetzt darauf beschränkt, den Schatten deutlicher zu machen.

Unter Bild >> Einstellungen habt Ihr noch weitere Möglichkeiten Farbeffekte rein zu bringen. Unter Helligkeit/ Kontrast könnt Ihr das Bild dunkler machen, oder den Unterschied zwischen hell und Dunkel verstärken.

Unter Farbton/ Sättigung könnt Ihr entweder ganze Schatten umfärben oder mit der Sättigung das Bild gräulicher erscheinen lassen.

Mithilfe der Farbbalance könnt Ihr andere Farbe hinein mischen. Ist Euere Haut beispielsweise zu Rot ist es schlauer die Farbbalance anzuwenden, als den Farbtonversteller, da Ihr dort feiner arbeiten könnt.
Rot gleich sich z.B. gut aus, wenn ich etwas Grün oder Cyan einmixt. Wenn Ihr auf Blau Gelbe Farbe rein mixt, könnt Ihr schatten dunkler erscheinen lassen ... auch hier zählt wieder: Herumspielen ^.°

Um einzelne Bereiche einer Fläche einzufärben bietet sich das Lasso an. Damit Ihr weiche Übergänge zwischen den Farben erzielt stellt die weiche kante höher. Die Zahl, die Ihr eingibt, gibt die Pixelzahl an, die Euer weicher Rand breit ist. Die Größe des Gesamtbildes ist dafür entscheidend: umso größer das Bild umso größer muss die Weiche Kante eingestellt werden.
Anschließend einfach Euere Farbeinstellung drüber jagen ^.°

Ich habe bei dem Bild das Auge noch etwas abgedunkelt.
Um das Auge anschließend zu colorieren müsst Ihr die Haut ausschneiden. Nehmt dazu wieder das Polygonlasso mit einer harten Kante und markiert die Form des Auges. Die harte Kante bei dem Auge kommt noch etwas eckig und wackelig rüber. Um dies auszugleichen nehmt Ihr einfach den Wischfinger, stellt ihn auf Modus: Normal, die Stärke deutlich runter drehen (20-40%). Zieht dann damit die Form des Auges entlang.

Um das Auge zu colorieren müsst Ihr eine Ebene unterhalb der Hautebene erstellen.

Nehmt den Pinsel und malt den gesamten Augenbereich weiß aus.
Um Schatten in den Augapfel zu bringen, müsst Ihr den Nachbelichter auf „Lichter“ stellen, damit ein Schatten auf dem Weiß entsteht.

Mit dem Wischfinger wieder den Schatten wie zuvor zu recht ziehen.
Dunkelt das Auge am besten im Oberen bereich etwas ab, durch Lid und Wimpern fällt ja hauptsächlich von dort aus der Schatten auf das Auge.
Ich nehme immer noch einmal die Farbbalance um den Schatten etwas mit einzufärben ^.°

Die Iris wird ähnlich eingefärbt wie vorher schon die Schatten der Haut. Färbt die Iris mit einer Farbe ein und bringt mit dem Nachbelichter schatten hinein. Mithilfe des Wischfingers könnt Ihr diese dann zu recht rücken.

Ihr könnt auch noch weitere Details hinein bringen, indem Ihr beispielsweise mit dem Pinsel und weiteren Farben kleine Sprenkel rein bringt, oder mit dem Abwedler noch weitere Highlights setzt, ganz nach belieben. Ich halte meine Augen lieber dezent ... Gewohnheitssache ^.°

Das Wichtigste bei der Schattensetzung ist, dass Ihr die Übersicht behaltet. Manchmal ist es angebracht eine große Farbfläche in mehrere kleine zu zerlegen. Bei dem Mantel beispielsweise trenne ich den Ärmel ab, dies erleichtert die Schattensetzung, weil man sonst bei den benachbarten Flächen ins Gehege kommt.
Auch bei den vielen kleinen schwarzen Flächen ist es auch fast unmöglich eine große zusammen hängende Fläche zu machen. Verteilt daher Euere Farbe auf viele kleine Ebenen.
Um die Übersicht nicht zu verlieren bietet es sich an, ein Set zu erstellen. In Euerem Ebenen-Protokoll ist es dieser kleine Knopf, der wie ein Ordner aussieht ^.°

In diesem Set könnt Ihr dann neue Ebene unterstellen, es funktioniert wie eine Unterordnung in Euerem Ebenen-Protokoll. Ihr könnt alle Ebenen mit einmal verschieben, oder auch ausblenden.
So habt ihr auch alle Ebenen mit einer Farbe auf einen Haufen, und könnt keine anderen dazwischen mischen. Wenn ihr dann für Farbspielerei Euere Ebenen zusammenfügt, habt ihr dann nicht plötzlich eine Hautebene dazwischen ^.°

Wenn ihr Euere Schatten auf den Ebenen (hier schwarz) alle gezeichnet habt, müsst ihr sie wieder auf eine Ebene bringen. Klickt die oberste Ebene an du klickt auf Strg + E. Ihr könnt auch Ebene >> Mit darunter liegender auf eine Ebene reduzieren klicken, das hat den selben Effekt ... über die Tastatur geht es aber schneller ^.°

Dann, wenn ihr alles auf einer Ebene habt, könnt ihr wieder Farbbalance und Co einsetzten. Bei meinem Bild habe ich noch etwas blau in das Schwarz gemischt, der leichte Schimmert wertet es Farblich etwas auf.

Geht so weiter bei den restlichen Flächen vor. Bei meinem Schimmelweiß habe ich ebenfalls wieder ein Set erstellt, um die Übersicht zu behalten.
Das weiß liegt über dem Schwarz, ich musste es also sauber an den Outlines entlang auswählen, um die unsauberen/ übermalten Stellen des Schwarzes zu verdecken.

Die Knöpfe habe ich einfach rausradiert, bei manchen Flächen geht es leichter, wenn man nicht jedes Mal das Polygonlasso bemüht ^.°
Passt beim Radieren aber auf, dass ihr das „Transparente Pixel fixieren“ ausgestellt habt, sonst wirkt der Radiergummi wie ein Pinsel.

Bei den Haaren finde ich die Methode Schatten für Schatten zu zeichnen nicht ganz so günstig, da es gerade bei recht schmalen Strähnen sehr zeitaufwendig ist.
Aber auch hier bietet sich der Wischfinger als einfachere Variante sehr an.

Erstellt zuerst eine neue Ebene für die haare.

Nehmt dann den Pinsel und färbt die Haare sehr großzügig mit Euerer Grundfarbe ein.
Nehmt dann den Pinsel mit einer kleineren Spitze und setzt Schatten und Highlights auf der selben Ebene, sodass eine Art Grundpizza entsteht ^.°

Besonders interessant sieht das Ergebnis auch aus, wenn ihr beispielsweise weitere Farben rein bringt.

Nehmt dann den Wischfinger und stellt ihn auf 70 – 90% und den Modus: Normal.
Durch den Modus zieht ihr gleichzeitig helle als auch dunkle stellen. Zieht ihr ihn nun über Eure Pizza so erreicht ihr eine schöne Haarstruktur. Geht mehrmals drüber. Wenn ihr kleine Ecken rein macht einfach noch mal drüber ziehen, bis Euch das Ergebnis gefällt.

Je nach dem auf welchen Punkt der Pizza ihr Euere Werkzeugspitze ansetzt, wird diese Farbe dominieren. Ist also eine Strähne schon recht hell, setzt die werkzeugspitze an einem dunklen Punkt an und zieht diesen lang. So könnt ihr kontrollieren, wie Euere Haarstruktur verläuft ^.°

Nehmt am Ende das Polygonlasso und wählt Euere Strähnen aus. Geht dann auf Auswahl >> Auswahl umkehren, so habt ihr die gesamte Fläche außerhalb Euerer Strähne ausgewählt.
Nehmt nun den Radierer und radiert den überflüssigen Bereich einfach weg.

Da meine Strähnen recht weit auseinander lagen, könnte ich einfach den Radierer an den nicht ausgewählten Stellen vorbei führen.
Liegen Euere Strähnen recht dicht, könnt ihr unter Ebene >> Ebene duplizieren drücken, so kopiert ihr die ganze Ebene und könnt also jede Euerer Strähne auf eine einzelne Ebene packen. Gerade wenn sich Strähnen überschneiden bietet es sich sehr an ^.°

Wenn ihr alles mit einmal auswählen wollt, könnt ihr auch in das Rasterfolien-Tutorial gehen, dort habe ich erklärt, wie man zerstückelte Flächen mithilfe eines neuen Kanals mit einmal auswählt ^.°

Bisher sehen Euere Haare noch recht einfach aus. Keine Schatten oder Highlights sind vorhabende, lediglich die Haarstruktur. Um dies zu ändern nehmt ihr einfach den Abwedler und stellt ihn auf Modus: Lichter. So hellt ihr al sowieso schon recht hellen stellen auf, so bleibt Euere Haarstruktur erhalten.

Ihr könnt Euch mit dem Polygonlasso einen bereich der Haare auswählen, wenn ihr beispielsweise regelrechte Highlightbänder erzeugen wollt.

Am Ende könnt ihr unter Bild >> Einstellungen >> [...] wieder wie ihr wollt die Farben nachbearbeiten, bis Euch das Resultat gefällt.


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