Wolken mit Buntstift

Grundform der Wolken

Wolken in blauen Himmel

Dunkelblaue Wolken im Nachthimmel


Die Wolken waren bei mir eigentlich ein Element, dass aus reiner Faulheit heraus entstanden ist:
Jeder Buntstiftzeichner wird mir wohl beipflichten: Es gibt nicht aufwendigeres und langweiligeres, als eine große Fläche komplett glatt auszumalen ... es erfordert eine heiden Geduld eine Fläche völlig glatt auszuarbeiten, sodass man keiner Striche oder Flecken sieht, und zu allem Überfluss sieht das Ergebnis noch langweilig und total unaufwendig aus >_<

Die Wolken bieten da eine deutliche Erleichterung:
Es macht Spaß, sie zu zeichnen, sie lockern die große glatte Fläche „Himmel“ auf und bringen dazu noch super Details und auch Stimmung ins Bild hinein ^.^

Ein tolles Element um Bilder von uns faulen Zeichnern besser aussehen zu lassen! ^.^

Noch mal zur Erinnerung ein paar Bilder meiner liebsten Wolken ^.^


Das Wichtigste bei der Form der Wolken ist, dass sie schön weich mit dem Himmel verschwimmen.
Bei Wolken handelt es sich nur um Wasserdampf in der Luft. Wenn die Kanten sehr hart gezeichnet sind, wirken sie eher sehr massiv. Wenn Ihr die Kanten schön weich auslaufen lasst, dann wirken die Wolken in jedem Fall schön natürlich und fluffig.

Von der Form her gibt es eigentlich keine Grenzen. Macht es so, wie Ihr es am liebsten wollt. Aufgebauschte, rundliche Wolken haben immer etwas von schönem Wetter, flachgedrückte langgezogene erinnern mehr an tristen Wetter, für typische Regenstimmung. Ihr könnt auch sehr gut mit langgezogenen Wolken Windrichtungen darstellen und so etwas Bewegung in den Himmel bringen.
Von der Form her könnt ihr es wirklich halten wie Ihr wollt, von der Technik her ist es eigentlich immer das selbst.

Am liebsten benutze ich fluffig-aufgebauschte Wolken. Diese machen mir beim Zeichnen schön Spaß ^.^


Für diesen Schritt habe ich einen Schwarzen Stift verwendet (Faber ColourGrip2001 – es gehen auch die normalen Classic oder jede andere Marke, ich nehme für schwarze Flächen nur gerne diese, weil man sie einzeln nach Bedarf nachkaufen kann). Nehmt für diesen Schritt die Farbe, die bei den Wolken am dominantesten sein soll.

Ich fange damit an, indem ich mir grob die Form der Wolken vorgebe.
Im Beispiel benutze ich hierfür Schwarz, damit ihr die Striche am besten sehen könnt. Ihr könnt dafür auch jede andere Farbe verwenden, im Anschluss habe ich noch ein paar Farbbeispiele für Euch angehängt. Allerdings sieht man dabei die Striche nach dem Scann nicht so schön, deshalb habe ich für die Technik die S/W-Variante vorgezogen, von der Vorgehensweise her ist es allerdings das selbe.

Die Form der Wolken ist wie gesagt recht zufällig. Ich vergleiche das immer gerne damit: Stellt Euch vor, ihr hättet Arthritis und müsstet eine Linie für die Form zeichnen ... schön zittern, um so fluffiger wirkt die Form ^.^
Wichtig ist dabei: Drückt schön leicht auf: Es ist nur die grobe Vorgange für den Verlauf der Wolken: ES SIND KEINE OUTLINES!

Sie müssen genauso leicht gezeichnet sein, wie ihr am Ende auch straffiert, damit sie unter den Straffuren verschwinden ^.°


Für den nächsten Schritt habe ich versucht Euch ein paar Fotos mitzugeben.
Wundert Euch nicht über die variierende Hand, ich drehe nur gerne das Blatt um alle stellen gut zu erreichen ohne über das ganze Bild wischen zu müssen ^.^

Zunächst müssen die Konturen der Wolken nachgearbeitet werden.
Ich mache die Wolken am liebsten so, dass ich die untere Kante weich auslaufen lasse und die obere Kante ausfranse ... ich finde, so wirken sie weicher und verschwimmen mehr mit dem Himmel. Ihr könnt natürlich auch die untere Kante auch ausfransen, das ist wirklich sehr subjektiv ^.^

Ich fange immer damit an, dass ich zuerst die Ränder weich nachzeichne. Ihr könnte dabei ruhig leicht über die Ränder drüber hinaus zeichnen, leicht sie etwas weich auslaufen, nicht scharf an die Kante heran zeichnen ^.° ... ich habe bei diesem Schritt keine Vorzugsrichtung, da die Kante ja recht ausgefranst ist. Ich mache meist leicht kreisende Bewegungen.
Wichtig: Leicht aufdrücken. Es geht wirklich mehr darum, die Ränder noch mal leicht mit weichen Straffuren nachzufahren, um die Linien zu überdecken, es braucht noch einen weichen Übergang zum Himmel zu haben, wirklich nur die Linien mit Schatten nachfahren, dass sie verschwinden ^.°


Im Nächsten Schritt geht es darum einen weichen Verlauf zwischen den Wolkenrändern und dem Himmel zu erzielen.

Ich setze dazu in dem weichen Rand um die Wolken an, und ziehe schwungvoll in den Himmelbereich hinein. Auf diese weise bekommt Ihre schöne weiche Ausläufe ^.°
Variiert dabei immer leicht die Richtung, dass so Kreuzstraffur in mehrere Richtungen entsteht. Je öfter ihr drüber geht, um so glatter wird das Ergebnis. Drückt schön leicht auf, so gehen die Striche am Ende unter ^.°


Ich habe Euch in dem einen Foto nochmals die Strichrichtung eingezeichnet. Ich habe diesen Ausschnitt extra groß für Euch heraus gezogen, sodass Ihr die einzelnen Striche der Straffur noch sehen könnt ^.°

...Gut, ganz um die Glatten Flächen kommt man auch mit Wolken im Himmel nicht herum, aber es macht deutlich mehr Spaß zwischen den Wolken glatt zu straffieren, als wenn man eine große, öde, einheitliche Fläche vor sich hat ^.^



Auch ist es bei Wolken nicht schlimm, wenn man mal unsauber arbeitet: Wenn man eine Delle rein bekommt, dann macht man einfach eine kante der Wolke daraus. Bei Flecken einfach die Wolke an dieser Stelle etwas dunkler werden lassen ^.^
...Keiner sieht so eure Fehler, sofort wirkt es wie gewollt, während man bei großen glatten Flächen sofort an der Sauberkeit eurer Coloration herumgenörgelt hätte XD


Für den nächsten Schritt ist es ratsam einen schönen glatten Untergrund zu benutzen. Ihr müsst recht doll aufdrücken, dadurch habt ihr ganz schnell die Struktur des Untergrundes auf eurem Bild. Selbst Pappe ist dabei ein reiner Bildkiller ^.°
Ich benutze als Unterlage sehr gerne eine Koneko, weil die Hülle dieser sehr schön glatt ist ^.^ Das macht sich wirklich super ^.^v

Für diesen Schritt habe ich einen weißen und einen grauen Buntstift verwendet (beide in der 24er-Packung Faber Classics enthalten).
Fangt an, vorsichtig über das Schwarz zu straffieren. Drückt erst leichter auf, anschließend immer kräftiger werden. Es ist dabei wirklich nötig, dass Ihr erst leicht aufdrückt und anschließend mehr Kraft ausübt, wenn Ihr gleich doll aufdrückt, kratzt Ihr eher die schwarze Farbe wieder herunter ^.°


Wenn Ihr erst leicht aufdrückt, dann könnt Ihr das Schwarz noch ganz leicht verstreichen ^.°

Das Grau macht das Schwarz noch ein bisschen dunkler beim Verstreichen. Dieses habe ich vor allem für die untere Hälfte verwendet. Das Weiß deckt nicht wirklich, die zuvor aufgetragene Farbe des Schwarzes dominiert, sie wird durch das weiß nicht weiter abgedunkelt.



Nach dem Grau bin ich mit einem weißen Buntstift drüber gegangen. Im unteren Bereich bin ich vor allem nochmal über die Wolken drüber gegangen. Mit dem Grau zum Verstreichen wären sie zu dunkel geworden und hätten sich nur noch schlecht vom Hintergrund abgehoben. Deshalb bin ich direkt über sie mit dem weißen Buntstift drüber gegangen. Im oberen Bereich bin ich sowohl über die grauen Stellen, als auch über die hellen Wolken mit dem Weiß gegangen.



Hier das Resultat der Grau-Weißen Wolken.

Ihr könnt statt den Farben Schwarz, Weiß und Grau noch alle anderen Farben miteinander kombinieren ^.°
Sucht Euch immer eine dominierende Farbe für die Grundierung aus. Für die Farben zum Verwischen könnt Ihr dann verwenden, wie Ihr lustig seid ^.^ ... Ob Ihr statt dem weiß gelben Schein in rosa Wolken bringt, oder einen orangenen Schein in Lila Wolken, steht Euch eigentlich jede Farbkombination offen ^.° Versuch’s mal ^.^

Weil ich sehr oft gefragt werde, wie lange ich an einem Bild sitze:
Damit ihr mal einen Fahrplan habt: Diese Wolken aus dem Beispiel bestanden aus 3 Farbschichten. Auf einer Größe von 6 x 12 cm dauerte die Zeichenzeit (incl. Scannen und Fotos schießen) etwas mehr als 3 Stunden.

Wolken in blauen Himmel

Die einfachste Variante eines wolkenbehangenem Himmel ist ein einfarbiger Himmel mit weißen Wolken darin.
Beim Bild “Perputura und Boris“ oder “Mein Held!“ besteht der Himmel eigentlich nur aus einer dominierenden Farbe, die Wolken darinnen sind hell gelassen.
Anhand eines blauen Himmels möchte ich diese Variante nochmals genauer zeigen.

Grundiert habe ich in der Himmelfarbe Hellblau (dieses ist sowohl in der 12er- als auch 24er-Packung der Faber Classic enthalten: Nr.: 347).

Grundiert den Himmel genauso, wie ich es mit dem Schwarzen Stift getan habe.
Bei den schwarzen Wolken bin ich nicht so oft drüber gegangen, da ich die Wolken in einem Grau und keinen Schwarz haben wollte. Bei dem Hellblau ist der zu erreichende Ton auch die Farbe des Stiftes, dadurch könnt Ihr ruhig etwas öfter drüber gehen, so wird das Ergebnis glatter ^.°

Die Wolken habe ich wieder weiß ausgelassen.


Ich habe anschließend in die Wolken einen leichten Schimmer von Gelb hineingebracht (Beige aus der 24er-Packung Faber Classics, Nr.: 309). Ich finde, mit diesem gelblich schimmernden Ton im Weiß bekommen die Wolken so einen kleinen Touch, als wären sie von der Sonne angestrahlt. Bei dem Bild „Mein Held!“ hatte ich statt dem Beige einen Rosa-Ton verwendet. Man kann diesen Schritt aber auch weglassen, wenn man mehr auf einfarbige Himmel steht ^.^

Anschließend bin ich, wie bei dem grauen Himmel aus dem ersten Beispiel, mit dem weißen Buntstift über die Flächen gegangen, um die Stiftstruktur noch ein bisschen zu glätten.

Noch ein paar Vögelchen in den Himmel bringen, und schon habt Ihr einen einfachen schnellen Hintergrund ^.^ ... es geht leichter, als eine Fläche glatt zu straffieren, und wirkt trotzdem aufwendiger als dies.
Auf einer Größe von 6 x 5 cm habe ich für diese Variante etwa eine halbe Stunde gebraucht.


Dunkelblaue Wolken im Nachthimmel

In meinem Bild "Gone" habe ich eine dunkle Variante von Wolken kreiert, wo mich einige gefragt haben, wie das funktioniert. In der Zusammenfassung bei den News kam dieser Teil recht kurz, also habe ich es für euch in dem Tutorial nochmals ausführlich gemacht:

Der Himmel insgesamt sollte einen dunkelblauen Ton haben, also fing ich mit dem Dunkelblau an. Dabei handelt es sich um das Blau Nr. 344 der Faber Classic (im 24er-Pack enthalten).
Ich begann den Himmel also Dunkelblau zu färben, genau wie ich bei dem Schwarz vorgegangen bin. Zuerst habe ich mir wieder die grobe Form der Wolken vorgegeben, anschließend bin ich die Ränder nachgefahren. Zum Schluss habe ich die Übergänge zwischen den Wolken straffiert.

Ich möchte, dass die Wolken eine schöne dunkle Note bekommen, dazu habe ich ein Schwarz Faber Colour Grip2001 verwendet (gibt es für 0,89 cent bei Müller einzeln zu kaufen ... man könnte auch das Schwraz der faber Classic nehmen, allerdings sind solche schwarzen Nachhimmel echte Stiftkiller, daher bevorzuge ich eines, was man bei Bedarf einzeln nachkaufen kann ^.^... mein Classic-Schwarz hebe ich mir für feinere Straffuren auf).



Zwischen den Wolken bin ich einfach glatt über das Dunkelblau drüber. An den Rändern habe ich zum Teil nach etwas Blau durchscheinen lassen, zum Teil bin ich auch mit dem Schwarz bis in das Weiß rein. Ihr braucht nicht sauber bis an die Ränder des Blaus heranarbeiten, ruhig das noch ein bisschen variieren, so wirken die Ränder ausgefranster und damit weicher ^.°

Zwischen den Wolken bleibt nicht viel von dem Dunkelblau sichtbar. Allerdings hat die dunkelblaue Straffur zum einen den Vorteil, dass das Schwarz denkender wirkt, nur mit schwarz würde es eher ein mattes Grau ergeben, und zum anderen bekommt das Schwarz damit so einen leicht Bläulichen Schimmer ^.° ... Das könnt Ihr Euch auch für andere Bildbestandteile merken: Schwarz nicht einzeln einsetzen, ruhig mit anderen Farben kombinieren, so wirkt das Schwarz viel kräftiger.

Damit steht die Grundform und die Grundfarbe der Wolken. Man könnte an dieser Stelle nochmals mit dem Blau oder auch einem Weiß drüber gehen, um die Straffur zu glätten. Um jedoch einen besonders leuchtenden Effekt zu erzielen, bin ich nochmals mit weiteren Farben drüber gegangen:

Zuerst nahm ich einen rosanen Buntstift (dieses ist sowohl in der 12er- als auch 24er-Packung der Faber Classic enthalten: Nr.: 319). Ich habe damit die hellen Stellen der Wolken nachgearbeitet. Dies dient noch nicht dem Glätten der Straffuren, ich habe nur ein paar Farbreflexe hinein gebracht. In diesem Schritt könnt Ihr noch leicht aufdrücken.

Anschließend bin ich die Ränder der Wolken mit einem hellblauen Buntstift (Faber Classic Nr.:347) nachgefahren. Dies diente dazu, das Dunkelblau/ Schwarz und das Rosa etwas zu vermischen. An dieser Stelle wieder etwas kräftiger im Druck werden, dass die Übergänge zwischen den Farben schön weich werden.

Um das Schwarz etwas kräftiger zu bekommen, und auch letzte Unebenheiten und vor allem die Stiftstruktur aus der Straffur zu bekommen, musste ich nochmals über die Schwarzen Himmelsbereiche drüber straffieren. Dazu könnte man auch Schwarz oder Grau verwenden. Ich entschied mich für das Dunkelblau der Grundierung.

Anschließend bin ich nochmals mit einem weißen Buntstift über die Wolken gegangen.

Das Endresultat hat eine Größe von 5 x 6 cm, die Arbeit daran dauerte etwa 2 Stunden mit Scannen. Mit Tippex und silbernem Gelstift ein paar Punkte setzen, schön hätte man einen Sternenhimmel ^.^




Ähnlich wie beim Farbentutorial:
Am besten einfach mal mit den Farben herumprobieren ^.^ ... nehmt euch immer einen Grundton und mit einem anderen dann Highlights setzen, auf diese Weise könnt Ihr beliebig viele verschiedene Wolken produzieren.

Falls Ihr noch bestimmte Kombinationen wollt, kann ich auch das Tutorial gerne noch ergänzen.

Viel Spaß, beim Probieren!



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