Haar-Tutorial

Grundaufbau

Strähnenvarianten

Frisuren

Haar in Action


Grundaufbau

Bevor Ihr anfangt, die Frisur zu zeichnen, solltet Ihr Euch erst mal grob die Form des Kopfes vorgeben ^.°
Gerade bei recht verschlungenen Frisuren, ist das sehr von Vorteil, damit am Ende der Hinterkopf nicht zu flach oder zu groß ist.

Beginnt damit, dass Ihr Euch den Haaransatz einzeichnet, damit Ihr genau wisst, bis wohin Ihr Euere Frisur in den Kopf rein zeichnen könnt.
Markiert Euch auch den Ausgangspunkt für alle Haare. Dabei kann es sich um den Scheitel handeln, aber auch bei einigen Frisuren bietet es sich an, alle Haare von einem Punkt aus verlaufen zu lassen ^.°

In diesem Fall habe ich eine Linie für den Scheitel eingezeichnet, ob es sich dabei um einen Mittel- oder Seitenscheitel handelt, könnt Ihr ganz nach Belieben variieren.

Zeichnet Euch als nächstes ein paar Hilfslinien für die Haarrichtung ein. Bei meinen Buntstiftbildern nehme ich immer die Farbe für die Grundierung, und zeichne dann die Haare in schwungvollen Strichen vom Scheitel aus ^.° Wichtig ist, dass es Hilfslinien sind, also sie beim späteren Bild nicht mehr sichtbar sind.
Alle diese Richtungslinien gehen vom Scheitel aus und laufen um den Kopf herum.

Arbeitet Euch am besten vom Pony zu den hinteren Haaren durch. Die Haare in der Mitte des Ponys fallen recht senkrecht nach unten ... zu den Seiten hin wird der Winkel dann immer flacher.
Vom Scheitel im rechten Winkel nach außen gehen. Zum Hinterkopf dann werden die Haare immer steiler, sodass sie sich schön um den Kopf schließen.

Zeichnet als nächstes die Strähnen ein. Sie verlaufen parallel zu den Richtungslinien. Im Gegensatz zu den Richtungslinien die Strähnen aber in Breite und Länge etwas variieren, so wirkt das Haar natürlicher.

Bringt auch noch etwas Haarstruktur rein, indem einige Striche ganz durch die Haare gehen, und einige Striche für die Haarstruktur vor den Haarspitzen enden. Auch ein paar unbeendete Striche von den Spitzen aus in Richtung Scheitel schicken.

Was Ihr auch beachten müsst: Die Haare haben selbst Volumen, welches auf dem Kopf aufliegt, die Haare sind also breiter als der Kopf selbst, stehen also mehr vom Kopf ab.

Je kürzer die Haare, umso weniger Eigengewicht haben sie und umso leichter stehen sie vom Kopf ab. Recht langes Haar ist hingegen sehr schwer, liegt also mehr am Kopf an.


Strähnenvarianten

Hier könnt Ihr die Grundform einer Strähne sehen.
Wichtig ist, dass Ihr Euere Strähnen recht schlank macht: Lasst die Begrenzungslinien fast parallel verlaufen und erst kurz vor der Spitze zusammenlaufen. Umso breiter eine Strähne ist, umso mehr Haare sind darinnen verbunden.

Solche spitz auslaufenden Strähnen sind sehr günstig für durch gestuftes Haar. Sie wirken recht fransig, was das Haar sehr natürlich und locker aussehen lässt.

Was auch vorkommt, dass Haare recht glatt abgeschnitten sind. Ich bringe dies immer mit dem so genannten Topfschnitt bei kleinen Kindern in Verbindung ^.^

Solche Frisuren wirken immer recht streng und brav.

Um so etwas zu erzeugen, zeichnet Euch am Besten erst wie zuvor in groben langen Striche die Richtung der Haare vor. Auf Höhe der Spitze dann einfach eine Linie senkrecht zu den Haaren verlaufen lassen, und alle Spitzen auf dieser Höhe enden lassen. Wenn Ihr einige Spalten rein bringt, wirkt das Haar trotz des strengen Schnittes noch recht beweglich und nicht steif.

Bei recht gebogenen Haaren kann es vorkommen, dass man sowohl die Ober- als auch die Unterseite einer Strähne sieht, die Strähne sich also dreht. Gerade bei Korkenzieherlocken, als auch bei Zöpfen tritt dieses Phänomen recht oft auf.

Stellt Euch die Strähne am Besten als ein Band vor, und zeichnet zwei Bögen für den Verlauf, der beiden Begrenzungslinien. Diese dann am Scheitelpunkt durch einen waagerechten Strich verbinden.

Alle Strähnen verlaufen parallel zu diesen Bögen, allerdings nur bis zu dem Strich, dort verschwinden sie hinter den nach unten gebogenen Strähnen.

Wichtig ist, dass Ihr die äußere Strähne breiter macht, sonst wäre Euere Strähne nur Strichdick ^.°

Locken sind auch eine recht beliebte Form der Frisur.

Korkenzieherlocken könnt Ihr erzeugen, indem Ihr den oben beschriebenen Bogen mehrmals hintereinander zeichnet. Gebt Euch dazu als Richtlinie am Besten eine geringelte Linie vor ^.°

Normale Locken könnt Ihr durch einfache wellige Linien erzeugen. Die Dicke der Welle kann man ruhig etwas variieren.

Wichtig ist beim einzeichnen der Haarstruktur, dass die Wellen schön parallel verlaufen, also alle Bögen auf einer Linie verschiebbar wären.
Auch bei dieser Form der Locken könnt Ihr eine oben beschriebene Drehung einbauen, dass lässt die Haare belebter wirken.


Frisuren

Hier einmal eine Art Topfschnitt ^.^

Ich habe einen Seitenscheitel als Ausgangspunkt gewählt, und von dort aus die Strähnen verlaufen lassen.

Die Haare sind alle auf eine Länge geschnitten, sodass eine gerade Kante entsteht.
Vor allem bei Kindern bietet sich dieser Schnitt auch sehr an.

Auch eine Art diese gerade Strähnenform zu variieren. Diese Frisur erinnert mich immer sehr an einen kleinen Streber. So kann man z.B. den Charakter einer Figur unterstützen. Hornbrille und perfekt ^.°

Statt Scheitel gehen alle Haare hier von einem Punkt aus.

Die Haare unterhalb des kurzen Topfschnittes sind hoch rasiert. Die kurzen Stoppeln könnt Ihr durch Punkte unterstützen. Variiert aber den Abstand der Punkte etwas, nicht alle auf einen Haufen, aber auch nicht alle zu gleichmäßig platzieren.

Bei recht kurzen Haaren sieht man den Verlauf des Haaransatzes recht gut. Wichtig ist dabei, dass Ihr keine durchgängige Linie macht, sondern diese leicht ausgefranst unterbrecht. An sich setzt ja jedes Haar einzeln an, wenn Ihr die Linie gerade durchziehen würdet, wirkt es eher wie eine Abtrennung von Gesicht und Haar ^.°

Den Pony habe ich hier versucht leicht hoch zu gelen. Dazu gehen die Strähnen fast senkrecht nach oben. Beim Hinterkopf für die Haarbegrenzung einfach ein paar kurze strubbige Strähnen machen. Je nachdem wie lang das Haar ist, dieses mehr oder weniger von dem Kopf abstehen lassen.

Bei Zöpfen: Der Pony fällt hier ganz normal ins Gesicht. Bei den Schläfen ist wieder der Haaransatz frei gelegt.

Für die Zöpfe: markiert Euch zuerst die Platzierung der Zöpfe und lasst dann vom Haaransatzpunkt die Haare auf diesen Zopfpunkt zulaufen.

Hier setzen die Haare wieder beim Scheitel an, und laufen seitlich auf die Rattenschwänze zu.

Bei einem mittigen Pferdeschwanz würde das Haar vom Pony und von den Schläfen aus auf den Zopf zulaufen, ein Scheitel würde dabei nicht entstehen ^.°

Bei dieser Frisur gibt es eigentlich zwei Haarrichtungen.
Einmal kommen die Haare vom Haaransatz aus und fallen streng nach hinten runter. Das Haupthaar könnte aber auch vom Scheitel aus nach unten fallen, ganz nach Belieben ^.°

Die Haare, die von den Schläfen aus kommen, sind in einem kleinen Zopf am Hinterkopf zusammengefasst, sie halten also auch das Haupthaar vom Gesicht fern.
Die Strähnen stehen dabei senkrecht aufeinander von der Richtung her.


Haar in Action

Um die Haare belebter wirken zu lassen oder auch um Stimmung in das Bild zu bringen bietet es sich an, die Haare fliegen zu lassen.

Um Bewegung in die Haare zu bringen müsst Ihr Euch als erstes klar darüber werden, von welcher Richtung die Bewegung in das Haar gebracht wird.

Die einfachste Form, für einen Grund zur Bewegung ist Wind.
Sei es der Fahrwind beim Fahrradfahren oder rennen etc. oder eine Luftbewegung in der Atmosphäre.
Aber auch durch bestimmte Abbremsbewegungen kann Bewegung in das Haar kommen. Beim schnellen Bremsen mit dem Auto fliegen Haare beispielsweise nach vorne. Auch bei einem Frontalen Schlag ins Gesicht können die Haare etwas nach vorne fliegen, dass bringt sehr viel Dynamik ins Bild.
Durch Richtungspfeile habe ich festgelegt, in welche Richtung die Haare fallen.

Bei diesem Bild fliegen die Haare nach hinten.
Dabei wird der Haaransatz freigelegt. Ich habe zusätzlich noch eine einzelne Strähne übers Gesicht fallen lassen, sodass das Haar etwas lockerer wirkt.

Beachtet beim Verlauf des Haares: Die Haare haben selbst Gewicht und sterben dazu nach unten zu fallen.
Lasst sie dazu in der Mitte leicht durchhängen.
Umso waagerechter die Haare verlaufen, umso stärker musst die Quelle sein, die sie zum fliegen bringt. Ist es ein recht schwacher Wind, dann lasst die Haare mehr diagonal verlaufen.

Bei dieser Haltung kommt die Bewegungsursache von unten. Beispielsweise beim Sprung in die Tiefe würde dieses Phänomen auftreten. Der Fahrtwind würde dann beim Gesicht leicht geteilt werden, sodass er zu den Außenseiten hin flacher verläuft.

Die Haare fliegen hierbei nach oben.
Der Pony vorläuft nach außen hin flacher. Dadurch habe ich gleich den Haaransatz etwas überdeckt. Die Strähnen hängen durch Ihr Eigengewicht wieder leicht durch.

Bei dieser Haarbewegung kommt der Wind von unter und wirft die Haare nach oben. Dies passiert schon vom Haaransatz aus, das gesamte Haupthaar wird also mit einmal nach oben gedrückt. Dazu muss es sich also um eine recht starke Bewegungsquelle handeln.

Die Haare von der vorderen Schläfe aus, habe ich wieder so gelegt, dass der Haaransatz verdeckt ist.

Hierbei kommt der Wind ebenfalls von unten, allerdings ist die Quelle nicht so stark, wie im Beispiel zuvor. Die Haare hängen in der Mitte sehr stark durch, werden von Ihrem eigenen Gewicht also nach unten gedrückt.
Auch gehen die Haare vom Scheitel aus erst ein Stück nach unten. Der Wind erfasst also nur den unteren Teil der Haare und treibt diese nach oben.

An sich ist auf diese Weise jede mögliche Flugrichtung der Haare darstellbar. Zeichnet wie gesagt zuerst den Kopf und den Scheitel, anschließend legt Euch die Haarrichtung fest. Um Locken zum Fliegen zu bringen: Zeichnet Euch zuerst ein paar gerade Linen, welche die grobe Flugrichtung der Haare festlegen. Längst dieser Hilfslinien dann die welligen Lockenlinien anordnen.
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